die Geschichte meiner Texte

Mein Schreiben im großen Stil fing 1986 an mit einem


Schneider-PC,

der überhaupt einer der ersten privat nutzbaren IBM-kompatiblen, also mit DOS angetriebenen Computer war

(an DOS und später Windows ist dann Microsoft groß und u.a. Bill Gates unvorstellbar reich geworden).

Der Schneider-PC hatte einen 512 KByte großen Arbeitsspeicher, was mir damals aber allemal ausreichend erschien. Eine Festplatte gab‘s noch nicht

(und als ich später einen ersten PC mit einer 20 MB [!] großen Festplatte bekam, schien mir diese gigantisch groß und konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich diese jemals voll bekommen sollte).

Das Dollste an dem Schneider-PC war aber der damals topmodische


„bernsteinfarbene“ Bildschirm,

also mit gelben Buchstaben auf schwarzem Grund!

Bis dahin hatte ich

(wenn ich nicht einfach mit der Hand schrieb)

alles mit einer klassischen


Schreibmaschine

geschrieben, und für die erste Staatsexamensarbeit im Jahr 1984 hatte ich mir für sündhaft viel Geld den damals neuesten Schrei geleistet, nämlich eine


Kugelkopfschreibmaschine,

die sogar schon einen internen Speicher hatte, in dem eine ganze Seite (!) gespeichert und somit

(darauf werde ich unten zurückkommen)

auch nachgearbeitet werden konnte.


Wo wir aber gerade bei einem nostalgischen Rückblick auf die Steinzeit des Computers sind:

im Rahmen meines Mathe-Studium habe ich auch (damals schon!) einfaches Programmieren gelernt

(in der Programmiersprache „Fortran IV“: ).

Die Kommunikation mit dem Universitätscomputer sah dabei so aus, dass man

Lochkartenkartenschreiber

(Bildschirme gab‘s für uns Studenten damals noch nicht)

auf einen Stapel


Lochkarten

übertrug,

Groß(?)computer
(mein Sohn glaubte lange Zeit, in meiner Jugend sei die Welt komplett schwarzweiß gewesen)

übertrug,

(wobei man evtl. ganze Tage vertrödelte und speckefett wurde),


„Endlospapier“

das Ergebnis des Programms bekam

(für diese Ausdrucke ist vermutlich der halbe Amazonas-Regenwald abgeholzt worden).

Die zweite Staatsexamensarbeit habe ich 1986 aber schon auf meinem (eigenen!) Schneider-PC geschrieben

(und dann auf einem
[damals die Speerspitze des Fortschritts:]



ausgedruckt)
.

Ich kann also mit stolzgeschwellter Brust sagen:

„Ich bin von Anfang an dabei gewesen, und eigentlich gehöre ich als lebendes Inventar ins .“

Und ich kann wohl verlangen, dass ich für meine grundlegenden Beiträge zum Computerzeitalter von nachfolgenden Generationen (Max Goldt: „Würmchen“) bewundert werde :-).


Bevor ich den Schneider-PC bekam, galt:

Bild

... was hier bedeutet: was einmal geschrieben war, musste (in dieser Erstfassung) stehen bleiben, weil eine Nachbearbeitung zu umständlich war

(der Text dazu nochmals komplett hätte neu geschrieben werden müssen;

oder eine Überarbeitung sah so aus:

).

Mit meinem Schneider-PC und einem ersten, noch einfachen Textverarbeitungsprogramm

(in dem man dann beispielsweise für Kursivdruck Sonderzeichen eingeben musste)

war es dann aber endlich möglich, immer wieder an Texten rumzufeilen, was bei mir dazu führte, dass es von einigen Texten hundert immer wieder leicht abgeänderte oder auch komplett umgekrempelte Varianten gab.

Damit kam der Computer meiner Denk- und Schreibweise entgegen - bzw. hat sie überhaupt erst ermöglicht oder sogar erzeugt:

bei mir sind alle Texte „work in progress“. Das bedeutet

Oder kurz gesagt: Schreiben = Denken.

So, wie Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks eine Explosion des Geschriebenen und damit auch des Wissens erzeugt hat, hat der PC bei mir zu einer Explosion meines Schreibens geführt

(und damit war der PC auch der Tod der Schreibmaschine ).

Sichtbares Zeugnis dieser Vor-Internetzeit ist ein 731 Seiten dickes Buch, das ich mir mal ausgedruckt und selbst gebunden habe.

Es ist mein einziges Buch geblieben - und hat nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt.

(Später werden Forscher es aber in meinem Nachlass finden und ihrerseits dicke Bücher darüber schreiben, in denen sie hochintelligente Antworten auf die Fragen und „wie hat sich in diesem Buch sein späteres monumentales Internet-Œuvre »Auf der Suche nach der verlorenen Pädagogik« vorbereitet?“ und "was wollte der Autor uns damit sagen?" finden werden.)

Von dem Zeitpunkt an, ab dem ein Normalsterblicher Texte ins Internet stellen konnte

(also so etwa ab 1993?),

habe ich aber nur noch fürs Internet geschrieben

(und dabei auch viele Texte aus meinem Buch übernommen).

Damals war der „traffic“ auf der „Datenautobahn“ allerdings noch schneckenlangsam, was u.a. an der Übertragung mit piepsenden und flimmernden


„Modems“

lag.

Wegen der ewig langen Download-Zeiten war das Internet damals sehr textlastig, gab es also kaum Bilder sowie Audio- oder gar Video-Dateien.

Z.B. sah die erste Internet-Seite so aus:

Bild

Diese Textlastigkeit ist auch meinen frühen Essays noch deutlich anzusehen.

Im Laufe der Zeit habe ich dann immer die neuesten Entwicklungen genutzt:

Weil die Übertragung von Videos noch allzu lange dauerte, habe ich beispielsweise aus Videos damals sogenannte „animated gifs“-Bilder gemacht, die in Wirklichkeit eine daumenkino-ähnliche Abfolge von Bildern waren

(und damals wimmelte es auf Internetseiten
[und in Powerpoint-Präsentationen]
von nervigen „animated gifs“: alles flimmerte und wackelte, und erstmals wurde der technische Schnickschnack wichtiger als der Inhalt).

Ein „animated gif“-Beispiel aus einem meiner alten Texte:


(als Bildfolge natürlich ohne Sound)

Weil ich viele Texte dann irgendwann doch nicht endlos weiter bearbeitet, sondern einfach nur auf dem Internet-Friedhof belassen habe, kann man an meinen Texten im Nachhinein noch gut die programmtechnische Entwicklung erkennen. Und umgekehrt lässt sich anhand der multimedialen Gimmicks in meinen Internet-Texten auch auf ihre ungefähre Entstehungszeit zurückschließen.

Mit der Möglichkeit, Bilder einzubinden, haben sich dann meine Texte massiv verändert:

ich fand schon vor fast 40 Jahren zwei Bücher vorbildlich, bei denen der Autor es

(wohlgemerkt in einer wissenschaftlichen Arbeit!)

gewagt hat, massenhaft Bilder einzubinden

(und zwar durchaus sinnvoll):


(... wobei der Inhalt dieser beiden Bücher durchaus auch interessant ist.)


Und so wurde meine Internetseite

(ein Oberbegriff für sehr viele Einzeltexte)

zunehmend hypertroph - und fetter und fetter

Bild

Bild :
(... und das, obwohl ich inzwischen sogar alle [genauso viele?] Texte
vor ca. vier Jahren aus dem Internet entfernt habe, da mir schien, dass ich „der Welt“ doch mehr zum Thema Schulmathematik und zu Schulen ganz allgemein zu sagen habe.)


Bild

Folge der vielen (über 1100) Texte ist, dass
(falls es die überhaupt gibt)

arg unübersichtlich ist,
Und weil ich mich an solche Texte nicht mehr erinnern konnte, habe ich später manchmal nochmals zum selben Thema geschrieben, allerdings hoffentlich mit neuen Akzenten.

Es wäre also "eigentlich" mal dringend an der Zeit,
Von einer Neuorganisation meiner Internetseite hält mich allerdings schon allein die irrwitzige Zahl der einzelnen Texte ab.

Und überhaupt:
Da schreibe und denke ich doch lieber "nach vorne", also Neues!

(Und überhaupt bin ich noch lange nicht fertig mit Schreiben & Denken, ja, habe ich einen unstillbaren [letztlich aber natürlich aussichtslosen] Vollständigkeitswahn bei den Themen "Schulmathematik" und "Schule allgemein".)


Um mal kurz in Altherren-Kulturkritik auszubrechen

(was oftmals Leute tun, die nicht mehr mit den neuesten Entwicklungen mithalten können [oder wollen]):

unter „Multimedia“ werden heutzutage oftmals nur die „Neuen Medien“ verstanden, also alles „Elektronische“, aber nicht das klassische Buch

(wobei Ebooks für mich nur Sonderfälle des Buchs sind, die ich inzwischen sogar aus rein praktischen Gründen dem gedruckten Buch vorziehe; Hauptsache, sie bleiben textgebunden und man wird nicht dazu verführt bzw. es wird einem nicht ermöglicht, immer wegzusurfen).

Nun haben Bilder und Videos ja durchaus ihre Vorteile:
  • sie sind wortwörtlich anschaulich
(das muss man mir, der ich eine ganze Internet[sub]seite mit dem Titel betreibt, nun wahrhaft nicht mehr predigen),
  • und „ein Bild sagt [manchmal] mehr als tausend Worte“.
Gleichzeitig haben Bilder und Videos allerdings eben auch potentiell einen enormen Nachteil: sie sind oftmals allzu suggestiv:
Ich hoffe also, dass die auf meiner Internetseite eingesetzten Bilder und Videos
("was funktioniert, wird auch eingesetzt [also z.B. die Atombombe]"),
(für ganz besonders Dumme; oder positiv gesagt für Leute, die besser visuell lernen)
 
zusätzlich auch gezeigt,
Umgekehrt ist es aber auch häufig nötig, dass Texte die Bilder und Videos erklären, also z.B. zeigen, wieso Bildern und Videos eingesetzt werden und auf welche ihrer Details man achten sollte.

Beim jüngsten Überfliegen meiner Internettexte ist mir allerdings noch Weiteres aufgefallen:
  1. gibt es doch so viele html-Programmierfehler, die zu beheben ich aber zu dumm bin oder keine Lust habe;
  2. stimmen viele interne Links nicht mehr und sind viele externe Links tot
(z.B. sind viele eingebettete Youtube-Videos nicht mehr erreichbar; und ich weiß nichtmal, wie ich das zeitsparend überprüfen kann);
  1. wimmelt es anscheinend von Rechtschreibefehlern und "rDehern";
  2. ist noch ein weiterer Trend meiner Texte im Laufe der Jahre zu beobachten:
(wie alt ein Text ist, kann man dann u.a. auch daran erkennen, ob die Klammer-Passagen noch in gleicher oder schon in kleinerer Schriftgröße gesetzt sind),
Aber so denke ich nunmal!: für mich gibt es meistens nicht nur eine eindimensionale "Wahrheit", sondern gelten mehrere Aspekte gleichzeitig ["auch"] und ist „Wahrheit“ häufig nur in einem mäandernden Denkprozess annäherbar.



Oben hatte ich kurz erwähnt, dass ich "für das Internet" schreibe. Wenn man aber mal von seltenen

(meistens positiven und ermunternden)

Reaktionen von Lesern absieht, ist das allerdings

(wie wohl auch Veröffentlichungen in Buchform)

eine arg anonyme Kommunikation (?): zwar kann ein Autor auf Leserreaktionen reagieren und z.B. Texte nachbessern, ansonsten aber hat er höchstens einen virtuellen Leser (gewünschten Adressaten) "vor Augen". Meistens ist dieser virtuelle Leser aber wohl dem Autor ziemlich ähnlich.

Ein "guter" Autor schreibt also letztlich für sich selbst, also als Selbst- oder thematische Vergewisserung.

Wenn ich aber dennoch auch ein wenig für Leser schreibe, dann

(insbesondere meine mathematischen Texte)
Es hat mich allerdings immer besonders gefreut, wenn Leser zurückschrieben, die nicht Lehrer waren, sondern irgendwann lange nach ihrer Schulzeit doch

(= wider Erwarten)

die Mathematik wieder- bzw,. erstmals entdeckt haben

(evtl. erst, weil sie sich auf meine Internetseite verirrt haben):

Populärwissenschaftliche Erwachsenenbildung hat mich aber schon immer besonders fasziniert, weil man da
Und in der Tat habe ich sehr viel mehr Rückmeldungen von Nichtlehrern als von Lehrern bekommen: die meisten (Mathematik-)Lehrer sind ja gar nicht an einer besseren Vermittlung der Mathematik interessiert,

Eventuellen Lesern kann ich nur sagen:

(wenn euch denn danach ist)

nicht das schnöde Äußere, sondern die Inhalte!


Charakteristisch für meine Internetseite ist ein minimalistisches website-Design, für das es drei Gründe gibt:

  1. habe ich kaum Ahnung von der website-Sprache html und modernem Schnickschnack wie div-Containern, css, java-script usw.,
  1. habe ich auch keine Lust, mich mit sowas genauer zu beschäftigen

(mir kann für die anderthalb Effekte, die ich brauche, ja z.B. auch ein Bildbearbeitungsprogramm gar nicht idiotensicher genug sein),

  1. und vor allem möchte ich mich nicht vom Inhalt ablenken lassen:
heutzutage
(Vorsicht, !)
wird doch allzu oft Inhalt durch "geile" Technik und special effects ersetzt.
Ich schlag' mir aber auf die Schenkel, dass mein website-Design jetzt (2016) sogar plötzlich topmodern ist

(wenn man einfach stur immer dasselbe tut

[seinen eigenen Stil hat]



 


,

ist man ca. alle 20 Jahre

[und zwar mit immer einer anderen Sache]

Vorreiter der neuesten Mode):


(... wobei mir "younger generation" natürlich arg schmeichelt)

PS:

"Der Ursprung der Bezeichnung [»Brutalismus«] liegt unter anderem im französischen Begriff béton brut ('roher Beton‘), der auf ein wesentliches Definitionsmerkmal des Stils verweist, nämlich die Materialsichtigkeit des Baus."
(Quelle: ):


(Wallfahrtskirche in Neviges)

(Dabei ist "Materialsichtigkeit" allemal ein herrliches Wort, das zudem gut zu meinem meinem materiellen Ansatz  passt. Vgl. )

PPS: Die Speerspitze des jeweils modernen Web-Designs war schon immer . Und siehe da: seit dem 6.9.2016
  • sind die -Seiten (abgesehen von Bildern) genauso schnöde weiß wie meine Internetseiten ("Reduktion auf das Wesentliche") und
  • ist das -Menü immer genauso sichtbar wie auf meinen Internetseiten: