Corona und Schule: ein Presse-Tagebuch

Eine Chronik der Tage und Wochen nach Fertigstellung des Essays

(fürs Totlachen, wenn alles vorbei ist):


(, 1.4.2020)

 

(Kleine Klarstellung, da im Folgenden viele "Spiegel"-Artikel zitiert werden:

  • "Spiegel Online" ist sehr brauchbar wegen der aktuellen Meldungen,

  • der "Spiegel" aber drittklassig bei Hintergrundsartikeln

[zumindest über das Thema "Schule"; also z.B. und : das zweite Heft erschien mitten in der „Coronakrise“ und faselte mal wieder großteils über Computer];

Wohltuende Ausnahme: Silke Fokken u.a. mit   )

 


(, 4.4.2020)


(, 7.4.2020)

Die Aufforderung, derzeit und wohl auch in Zukunft nicht mehr eisern am Lehrplan festzuhalten,
 kommt aber angesichts der rigiden Vorgaben der Kultuspolitik/-bürokratie
einer glatten Aufforderung zur gleich!

 


(, 17.4.2020)


(, 23.4.2020)

das Online-Lernen funktioniert wunderbar:

 
Ganz schön schlau, unsere Schüler!: sie haben gemerkt:

Schule ist unwichtig
(angesichts des Coronavirus )

(Allerdings: welcher Schelm mag Merkel eingeflüstert haben,
ausgerechnet Karliczek zur Bildungs[!]ministerin zu machen?)

 

Wirklich ausnahmslos alle? Ich kenne da immerhin eine Ausnahme: ein Schüler,

  • der liebend gerne seine Klassenkameraden wiedersehen möchte,

  • aber zum Verrecken nicht die Schule,

  • und für den die schulfreien sechs Wochen

(in denen er so sorgfältig Hausaufgaben gemacht hat wie noch nie zuvor)

eine unendliche Erleichterung waren.

Ich habe halt genauso etwas gegen pauschale Schönfärberei wie gegen pauschale Miesmacherei.

Besonders interessant ist nebenbei die permanente Selbstbeweihräucherung der Schulpolitik und Kultusbürokratie, also z.B. in (, 24.4.2020).

Wieso sind diese Leute so blind für die Wirklichkeit?

  1. , weil sie genau wissen, dass sie überflüssig sind, und gerade deshalb immer wieder ihre Existenznotwendigkeit beweisen müssen;

  2. , weil Politiker allzu oft eine geschönte Wirklichkeit (potemkinsche Dörfer) vorgeführt bekommen;

  3. , weil jeder Schulpraktiker, der ehrlich auf Probleme hinweisen würde, sofort die Schulaufsicht am Hals hätte, denn schließlich wäre er ja selbst schuld.

 

(, 28.4.2020)

  Der in diesem Zeitungsartikel zitierte Düsseldorfer Schuldezernent Hintzsche unterliegt allerdings einem enormen Irrtum: Schulpolitik und -bürokratie sind seit Menschengedenken (also nicht erst seit der "Coronakrise") überhaupt nur dazu da, "jeden Tag neue Standards und Richtlinien [herauszugeben]".

Um fair zu sein: bei der Neueröffnung der Schulen sind von Ort zu Ort so viele unterschiedliche Probleme zu bewältigen, dass man die Planung nur als "hochkomplex" bezeichnen kann. 

Typisch ist allerdings, dass im Zweifelsfall immer die "Untergebenen" schuld sind. Merke: ein Kultusministerium macht nie Fehler.
Und schon gar nicht Laschet höchstdero selbst.
 

Darin auch: "Erst wenn große Bevölkerungsgruppen geimpft sind, werden wir zum gewohnten Unterricht zurückkehren."
Das kann dauern.

wenige Stunden später:

... wobei „nicht alle“ offensichtlich ein Euphemismus für „[fast] keine“ ist;
und überhaupt ist die “erschreckende“ Ignoranz ja keineswegs neu

ein Überblick darüber, wie bislang während der „Coronakrise“
die elektronische Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern aussah

... wobei der Föderalismus eben doch einen einzigen Vorteil hat:
er ist bislang das einzige Bollwerk gegen das bundes-/europa-/weltweite Zentralabitur,
also den Normierungs- und
Vergleichbarkeitswahn
(„am bayerischen Wesen soll die Welt genesen“)

(, 12.5.2020;

im nächsten Leben möchte ich "Experte" werden,
und zwar für alles und jedes,
auf dass ich andauernd zu und eingeladen werde
und andauernd breitärschig meine Meinung zu egal was absondern kann)

(, 13.5.2020;

ich würde die "didaktischen Hinweise" doch allzu gerne mal einsehen:
sind es echte Hilfen oder wieder nur
[wie bei der Kultusbürokratie üblich]
Lichtjahre von der Schulwirklichkeit entfernte Patentrezepte oder ein einziges großes Blabla
[wie bislang auf der Internetseite und dort auch unter "Konkretisierungen (?) aus der Praxis (?)"]?)

... wobei das Hin und Her ja nicht der neuen, komplizierten Corona-Lage geschuldet, sondern typisch für Kultusminister ist.

Noch mehr zum Thema
„rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln“,
„jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“
und
„Corona ist eine nette Anekdote von gestern“:

... wobei „Bildungs-Ökonomie“ allerdings fast ein Widerspruch in sich ist.

eine Befragung vor der Coronakrise,
deren Ergebnisse erst jetzt veröffentlich wurden:

(, 19.5.2020;

es ist allerdings schade, dass auch in dieser Befragung der Fokus
eindeutig auf die [abgesehen von einschlägigen Lehrerfortbildungen] inhaltsleere Digitalisierung gelegt wird;
oder anders gesagt: )

... womit dann wohl alles entschieden ist
(die Kultusminister wird's freuen, denn jetzt haben sie freie Bahn)

(, 20.5.2020)

Aber sonst geht's danke?!

Und damit ist die Entscheidung wohl (für ganz Deutschland) gefallen:

und damit wohl endgültig:

( , 26.5.2020)

Selbst wenn Drosten einen Fehler gemacht haben sollte,
ist das Rufmord
und Wasser auf die Mühlen der Corona-Verschwörungsidioten.

Vgl. auch

 

(, 20.5.2020)

am selben Tag:

... und auch am selben Tag:

Allerdings scheitert alles evtl. an den wehleidigen Lehrern:

(, 9.6.2020)

In welchem Beruf bekommt man denn sonst noch mehr Ferien, nur weil man einer Risikogruppe angehört?

Nun bin ich allerdings immer dafür, nicht nach unten zu korrigieren
(Lehrer sollen auch dann arbeiten, wenn sie einer Risikogruppe angehören),
sondern nach oben
(in anderen Berufen sollten Risikogruppenangehörige, wenn irgend möglich, auch vom Dienst befreit werden oder nur noch von zuhause arbeiten können).

... und mit diesem Wiedereinzug der (trügerischen?) Normalität beende ich dieses Tagebuch.