(mein Kind und Einstein  - in dieser Reihenfolge)  

  Vgl. auch : was nicht bedeutet, dass ich vom Folgenden irgendwas zurückzunehmen hätte.


"Mit zwölf Jahren wurde er [= Charles Lutwidge Dodgson alias Lewis Carroll] im Jahr 1844 auf eine kleine Privatschule im nahegelegenen Richmond geschickt, wo er bereits durch seine mathematische Begabung auffiel. [...] Der Schulleiter, James Tate, bescheinigte ihm ein außergewöhnliches Maß an Genie, gab dem Vater jedoch den Rat, seinen Sohn diese Überlegenheit nicht wissen zu lassen, er solle sie selber nach und nach erfahren. An dieser mangelnden Bestätigung hat Carroll Zeit seines Lebens gelitten, und sie könnte auch Ursache für sein Stottern, sein mangelndes Selbstbewusstsein und seine Identitätskrise sein."
(zitiert nach Bild )

Bild

Merke: von Hochbegabung (und neuerdings "Elite-Universitäten")
quatschen meist diejenigen andauernd,
die ihre Karriere auf Dummheit aufgebaut haben
- und diese Karriere verzweifelt als ihr angeborenes
(sich [erst] in ihren Kindern zeigendes)
Recht zu legitimieren versuchen.

Vgl. Bild

Weil offensichtlich einige ("hochbegabte") Menschen nicht in der Lage sind, einen Text ganz zu lesen, hier einige zentrale Punkte schon mal vorweg:

  1. [Ich will]  ja gar nicht bezweifeln [...], dass Schule viel Porzellan zerschlägt, nämlich die "Ressourcen", die bei vielen Kindern vorliegen, brach liegen lässt bzw. sogar brach schlägt.

  2. Der wirkliche Skandal ist nicht, dass Schule zu wenig die Hochbegabten fördert, sondern dass sie die Fähigkeiten so vieler SchülerInnen [...] brach liegen läßt oder sogar brach schlägt.

  3. [I]ch will auch gar nicht das zwar seltene, dann aber subjektiv heftige Elend leugnen, das tatsächlich Hochbegabte ergreifen mag, wenn sie nicht erkannt und gefördert, sondern verschlissen werden:

Bild

  1. Es wird also im Folgenden mit keinem Wort bezweifelt, dass es tatsächlich Hochbegabte gibt

(die mit allen "diagnostischen" Mitteln [von denen LehrerInnen leider viel zu wenig Ahnung haben] erkannt und dann - wie eben alle SchülerInnen - soweit nur in den viel zu großen Klassen möglich gefördert werden sollten.

  1. Ich bezweifle auch nicht, dass es im Lehrerberuf - wie in jedem anderen Beruf auch - viele Kleingeister gibt, denen es

  • an intellektueller Kapazität fehlt, um Hochbegabte zu erkennen und (über das eigene Niveau hinaus!) zu fördern,

  • an Größe fehlt, Größere neben sich dulden zu können.

allemal interessant - und entlarvend?: Bild

 
Lieber Gott, mache, dass mein Sohn
  • zwar gut (stromlinienförmig?) in der Schule mitschwimmt,

  • aber nicht hochbegabt ist
    (woher sollte er es auch haben?).

  Bild

"»Warumschläftdaskindnichtschläftnichtschläftnicht«? Schnuller aus dem Mund gefallen? Gier nach Fencheltee? Oder ist es hochintelligent? Hochintelligente Kinder schlafen besonders wenig, bloß zweidreiviertel Stunden pro Nacht, sie brauchen einfach nicht mehr, stand mal in der Zeitung. So machen sie ihre Eltern fertig. Ich bin blöd, ich muß viel schlafen: Antje ist auch blöd, muß auch viel schlafen. Wahrscheinlich weiß das Kind längst, daß es entsetzlich dumme Eltern hat, und quält sie nun in seiner Wut."


   

Ich urteile nicht über Einzelfälle - allemal jedoch über Trends:

 

Bild

 

" Ein Indigo-Kind ist ein Kind, das eine Reihe neuer und ungewöhnlicher psychologischer Merkmale aufweist sowie Verhaltensmuster an den Tag legt, die im allgemeinen aus früheren Zeiten nicht belegt sind. [...] Diese Kinder sind wirklich etwas Besonderes, und sie stellen einen großen Prozentsatz der Kinder dar, die heute weltweit geboren werden. Sie »wissen« bei ihrer Ankunft auf diese Welt ganz genau, wer sie sind - also wollen sie auch als das erkannt werden, für ihre außergewöhnlichen Qualitäten gefeiert werden und mit Liebe und Sorgfalt angeleitet werden."
(zitiert nach Bild )
 

 
 
"Die Intelligenz hat das Kind von mir."
"Man merkt's, denn du hast sie ja nicht mehr."

"In 10 % aller Fälle angeblicher Hochbegabung liegt umwerfende echte Hochbegabung vor, in 90 % Wunschdenken der Eltern."
(ein Psychologe, der sich seit Ewigkeiten seriös und umfassend ins Thema eingearbeitet hat)


 

Im Zeitalter der amoklaufenden Stickmaschinen

(jeder Affe läuft heute Reklame für irgendeine "Marke" - und bezahlt auch noch dafür, statt dafür bezahlt zu werden)

steht inzwischen sogar schon auf (männlichen!) Babys drauf:

  • "little heroe"
  • "up to the top"

(die weiblichen Babys werden hingegen in Rosa als Prinzessin Lillifee verschlissen).


   

"»Ich warne vor Ego-Problemen«, sagt Elsbeth Stern. »Diese Kinder haben immer gedacht und gesagt bekommen, sie seien etwas ganz Besonderes, und am Ende sind sie einfach nur durchschnittlich und normal – das muss dann erst mal verkraftet werden.«"
(zitiert nach Bild )

 
 

 Wenn es zur Hochbegabung nicht reicht, will, wer auf sich hält, neuerdings zumindest „hochsensibel“ sein, und wenn‘s auch dazu nicht reicht, sollen es wenigstens die eigenen Kinder sein:

“»Laute Geräusche bereiten mir Unbehagen« - soso. Nun. Die meisten Menschen geraten ja bei Sirenentests in Kuschellaune.“
(zitiert nach Bild )

vgl. auch

Bild "Formen und Verformen von Kindern"
(über "Sinnspender-Kinder": Sinn, den die Eltern sonst nicht haben;
ich verdanke den Hinweis auf diesen Artikel Herrn Ulrich Trettner)

Bild

Vorweg: ich will hier gar nicht klären, was "Hochbegabung" eigentlich ist bzw. - besser wohl - wie sie definiert werden sollte. Nur soviel: Hochbegabung ist etwas anderes bzw. mehr als nur rein fachliche (fachidiotisch einseitige) und messbare "Leistung".

Ich kann es einfach nicht mehr hören: andauernd schwärmen mir Leute etwas von irgendwelchen angeblich hochbegabten Kindern vor, nur kenne ich keins und habe auch in der Schule kaum je eins gesehen.

Ich schätze, dass ich in meiner 15jährigen "Amtszeit" zig wirklich "gute" SchülerInnen erlebt habe - aber höchstens 2 ½ "Überflieger"

(vor deren Intelligenz ich geradezu neidlos andächtig gestaunt habe).

Nun "verstecken" Hochbegabte sich ja angeblich: weil ihr Talent nicht entdeckt wird und sie andauernd unterfordert sind, schalten sie ab, verbergen sich in der mittelprächtigen Masse und fallen höchstens durch "Sabotage" auf.

(Letztens habe ich einen Vortragstitel gelesen, der so etwa sinngemäß lautete: "Sind [all] unsere Kinder [in der Schule] unterfordert?" [Wobei die rhetorische Frage ja schon eine Antwort ist: "natürlich".] Das nun halte ich für eine wahrhaft schlaue Reaktion auf Bild Bild : wir drehen den Spieß einfach um: unsere Kinder sehen im internationalen Vergleich so besonders blöd aus, weil sie so besonders intelligent sind [nur dauernd unterfordert werden].)

Heute muss ein Kind ja nur zwei Bedingungen erfüllen:

  1. muss ein Kind halbwegs verhaltensgestört sein

(und das sind anscheinend immer mehr Kinder:

Ahlener Tageblatt, 4.11.02: Immer mehr Kinder sind verhaltensgestört

Bayreuth (dpa). Die Zahl der verhaltensgestörten Kinder ist in den vergangenen 30 Jahren in Deutschland sprunghaft gestiegen. „Heute leidet jedes fünfte Kind unter Sprachstörungen, notorischen Störungen, Verhaltensstörungen oder Konzentrationsstörungen", sagte der Vorsitzende des Forums Jugendmedizin, Edgar Friederichs. Im Jahr 1970 sei dies erst bei jedem 30. Kind der, Fall gewesen. Allein in den vergangenen zehn Jähren habe sich die Zahl der hyperaktiven Kinder, die den der Betäubungsmittelverordnung unterliegenden Wirkstoff „Methylphenidat" (Ritalin) verordnet bekommen, verzehnfacht.
Kindliche Entwicklungsstörungen führten häufig zu frühem Drogenkonsum, Lern- und Leistungsstörungen und höherer Straffälligkeit. „Allein die Gesundheitskosten bei verhaltensgestörten Kindern sind zwei bis viermal höher als bei gesunden Kindern", sagte der Mediziner. Als Konsequenz forderte er eine frühzeitigere
und engere Zusammenarbeit zwischen Kindergarten, Schule, Medizin und Elternhaus. Nötig seien ferner qualitativ bessere Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter und die Einrichtung von Schwerpunktpraxen mit Kinder- und Jugendärzten, Psychologen und Therapeuten.

Da frage ich mich nur, ob die zunehmende Therapierung nur ein Notbehelf [ein Reparaturbetrieb] sein kann, wenn das gesamtgesellschaftliche Kind längst in den Brunnen gefallen ist, und ob die Therapierung vielleicht sogar die Kranken mit erzeugt: dass also heute vielleicht nur mehr solche Fälle diagnostiziert werden.

Mich stört wirklich diese zunehmende Kategorisierung und - daraus folgend - Therapierung: heute ist ein Jugendlicher ja beispielsweise nicht "halbstark" [und braucht daher ab und zu eins vor´n Latz] und "voll überbordender [also immer mal wieder zu bändigender] Energien", sondern immer gleich krank [Hyperaktivität, A(ufmerksamkeits)D(efizit)S(yndrom)]. Man bedenke doch immerhin, dass das gleichzeitig auch eine permanente Entmündigung ist.

Was früher MCD [Minimale cerebrale Dysfunktion] hieß und sich inzwischen zum waschechten ADS [Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom] ausgewachsen hat

[so, wie der russiche KGB und die Inquisition sich andauernd umbenannt haben: neue Verpackung, alter Inhalt],

wird dabei heute gerne monokausal genetisch festgemacht

[womit der Sündenbock klar ist - und die Gesellschaft aus dem Schneider, der Einzelne aber entmündigt].

Kein Vorwurf!: viele Eltern und LehrerInnen gehen nervlich auf dem Zahnfleisch, wenn die Kinder nicht bis Oberkante Unterlippe mit Ritalin abgefüllt sind. Aber könnte ADS nicht auch historisch-gesellschaftlich bedingt sein:

Bild 

" Die Sucht nach Sinnesreizen, ob von Kindern oder Erwachsenen, bedeutet eine Störung des bewussten Erlebens, bei der die betroffene Person unfähig ist, mit Langsamkeit umzugehen. Indem eine 'Schnellfeuer-Kultur' ein entsprechendes Bewusstsein prägt - und bei Kindern die Unfähigkeit, ihr eigenes Verhalten zu kontrollieren - entwickeln sich Reizabhängigkeiten, die unser Verhalten animieren, nach noch mehr Stimuli zu suchen. Im Zentrum dieses Entwicklungsproblems befindet sich die Erfahrung der Unbehaustheit, die durch Gefühle wie innere Ruhelosigkeit, Angst und Impulsivität charakterisiert ist."
[Richard Degrandpre; zitiert nach Bild ; vgl. auch zu den Hintergründen: Bild]

Es ist eben nicht alles so einfach: z.B. wird ja leicht auch jedes vor lauter Energie berstende Kind, das sich von der Schule nicht mundtot und apathisch machen lässt, schnell als hyperaktiv eingeordnet, und überhaupt wird SchülerInneN - von vielen als wahrer Kulturbruch erlebt - spätestens auf der weiterführenden Schule schnell und scheinbar sanft eingebläut, dass sie stillzusitzen und zuzuhören haben.

Das hat LehrerInneN gerade noch gefehlt: 30 aktive und neugierige Kinder vor sich.)

  1. muss ein Kind gleichzeitig halbwegs intelligent sein

(wobei ich hier mal eine eigentlich dringend gebotene Differenzierung des Begriffs "Intelligenz" weglasse).

Wenn ein Kind diese beiden Bedingungen gleichzeitig erfüllt, ist es (basta!) "hochbegabt", womit dann ja auch jede asoziale Verhaltensstörung entschuldigt, ja geradezu geadelt wird.

(Nebenbei: asoziales Verhalten von Kindern wundert einen oftmals gar nicht mehr, wenn man erst die Eltern kennen lernt. Dennoch: ich mache natürlich nicht Eltern für alle Eigenarten ihrer Kinder verantwortlich.)

Wirklich blöd sind also (sowieso) nur die LehrerInnen, die Hochbegabung nicht erkennen bzw.

(weil sie ja selbst blöd sind; denn wer wird heute noch bzw. wurde jemals LehrerIn?)

"unsere" Kinder andauernd unterfordern.

Und - ich hab´s erlebt - ein Kind, dem erst mal gesagt wurde, dass es schwierig, weil hochbegabt sei, hat einen Freibrief, LehrerInnen pauschal für Idioten zu halten

(eine Mutter sagte mal, sämtliche LehrerInnen seien zu blöd für ihr Kind):

man erzieht da kleine asoziale Arroganz-Kotzbrocken (und fehlgeleitete, eiskalte Intelligenz). Ein solches Kind ließ seine angebliche Intelligenz sogar andauernd gegenüber Spielkameraden raushängen.

(Nebenbei: man holt sich ja auch selbst den ärger ins Haus: was soll ein angeblich hochbegabtes Kind denn von seinen vermutlich durchschnittlichen Eltern halten?! Man wird ja nicht behaupten wollen - und unterstellt es dennoch andauernd, denn "der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" -, dass man selbst auch hochbegabt sei.)

Mir scheint zudem, viele Eltern machen sich gar nicht klar, unter welch enormen Erwartungs- und Leistungsdruck sie ihr Kind setzen, wenn sie ihm erst mal - und sei´s probeweise - den Stempel "hochbegabt" aufdrücken.

(Ich erlebe doch immer mal wieder, dass ein Kind fast an den für es unerfüllbaren Erwartungen seiner Eltern zerbricht: da muss ein Kind mit Gewalt auf dem Gymnasium bleiben, auch wenn allen [gutwilligen] LehrerInneN [und zwar meist sehr frühzeitig] klar ist, dass es völlig überfordert ist und vermutlich jahrelang ein mörderisches Misserfolgserlebnis nach dem anderen einfahren wird. Was viele Eltern nicht sehen [können], ist, dass ihr Kind bei Erfolgserlebnissen auf einer "tieferen" Schulart vielleicht viel glücklicher wäre.
Wobei ich allemal verstehe, dass Eltern Angst vor einem sozialen Totalabsturz ihres Kindes Angst haben [ich mache mir jetzt schon mal prophylaktisch Sorgen].
Und sicherlich ist es auch nicht gerade einfach, sich einzugestehen: "Mein Kind ist - zumindest im Rahmen schulischer Messungen - nun mal nicht besonders intelligent [bzw. hat »nur« außerschulische Fähigkeiten]." Da wird doch jeder erst mal mit sich selbst hadern, denn auch hier "fällt der Apfel nicht weit vom Stamm".)


Ich frage mich wirklich, wo jetzt urplötzlich all die Hochbegabten herkommen sollen. Früher gab´s doch - abgesehen von den handverlesen wenigen Genies alle Jubeljahre - auch keine Hochbegabten, sondern höchstens "schlechte" SchülerInnen, mittelprächtige, "gute" - und ab und zu einen "Überflieger".

"Hochbegabt", so scheint mir, ist in der modernen "Wissensgesellschaft" die neue Ausdrucksform für "mein Kind soll´s besser als ich haben"

(und da höre ich doch immerhin einen radikalen Frust der Eltern über ihr eigenes Leben raus):

die Eltern wissen ganz genau, wie wichtig heute erstklassige Bildung (was immer das sei) ist, und dann soll (was ja immerhin verständlich ist) verzweifelt ihr Kind dazu gehören:

Denn das finde ich doch immerhin merkwürdig:

"Die Erziehung muss wieder viel strenger werden - nur nicht bei meinem Kind (da hole ich mir mit meinem Rechtsanwalt Recht, und zwar auch dann, wenn ich eindeutig im Unrecht bin)."

Woher nehmen viele Eltern, die ja durchaus verständlicherweise stolz auf ihre einmaligen Kinder sind

(denn ich bin doch der Letzte, der sich über die liebenswerten Wünsche, Hoffnungen und Eitelkeiten von Eltern lustig macht),

eigentlich die Gewissheit, dass ausgerechnet ihr Gen-Cocktail so besonders begabt sei:

"Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln",

und überhaupt reden ja (u.a. unter Politikern) immer ausgerechnet die dümmsten Nüsse von Hochbegabten- und Eliteförderung.

(Nebenbei: welche Arroganz und welch billig mechanistisches Denken, wenn eine Frau mal sagte, sie wolle kein Kind adoptieren, weil sie da nie wüsste, welche genetischen Schäden es mitbrächte.
Ich bleibe bis zu einer seriösen Widerlegung dabei: 90 % sind anerzogen [und die meiste Chancengleichheit wird schon in den ersten zwei Lebensjahren zerstört] und nur 10 % angeboren. Alles andere ist schlimmster Fatalismus.)


Dabei will ich ja gar nicht bezweifeln,

  1. , dass es tatsächlich einige durchaus förderungswürdige Hochbegabte gibt

(wobei ich allerdings noch zwischen Teilbegabten [also Fachidioten] und "Überfliegern in jeder Hinsicht" unterscheiden würde: für erstere brauchen wir Spezialkasernen, für letztere das humanistische Gymnasium der "Allgemeinbildung");

  1. , dass Schule viel Porzellan zerschlägt, nämlich die Ressourcen, die bei vielen Kindern vorliegen

("in jedem Kind steckt ein potentieller Mozart"),

brach liegen lässt bzw. sogar brach schlägt.

Die große Masse der SchülerInnen gehört aber in die zweite Kategorie, was auch heißt: "Hochbegabtenförderung" ist ein Randthema - und hat es zu bleiben.

Auch PISA scheint ja zu beweisen, dass nicht die (wenigen) Hochbegabten das deutsche Problem sind, sondern das Mittelmaß - bzw. die weit klaffende (soziale!) Schere zwischen den "Besten" und den "Schlechtesten".

Und überhaupt lebt eine Demokratie vom "Mittelmaß" bzw. Mittelstand, also der (auch intelligenzmäßig gesehen) "breiten Masse". Wer die zerstört bzw. die nicht fördert, gräbt einer Gesellschaft das Wasser ab bzw. entfernt den Kitt, der sie zusammenhält.

Der wirkliche Skandal ist nicht, dass Schule zu wenig die Hochbegabten fördert, sondern dass sie

(u.a. in zu großen Klassen)

die Fähigkeiten so vieler SchülerInnen

(insbesondere auch tatsächlich oder vermeintlich "schlechter")

brach liegen läßt oder sogar brach schlägt.


All das schließt ja nicht aus, dass wir LehrerInnen

(bzw. - falls wir in den übergroßen Klassen überhaupt Zeit dafür finden - besser sogar noch auf hier und da mal durchschimmernde Fähigkeiten aller SchülerInnen!),

Und ich will auch gar nicht das zwar seltene, dann aber subjektiv heftige Elend leugnen, dass tatsächlich Hochbegabte ergreifen mag, wenn sie nicht erkannt und gefördert, sondern verschlissen werden.

Tatsächlich Hochbegabte sollten aber, solange irgend möglich, im normalen Klassenverband bleiben, und deshalb halte ich reichlich wenig von

(auch wieder ein ideologisches Ausweichmanöver vor den eigentlichen Problemen; und überhaupt: welch hübsches neues Wort:)

"Akzeleration", d.h.

(bzw. das sollte immer nur die ultima ratio sein; sehr viel mehr verspreche ich mir von Bild mitten im üblichen Unterricht, d.h. einen Unterricht mit mehr Dimensionen als im Standardunterricht - wodurch man Hochbegabte auch besser erkennen könnte).

Man bedenke nämlich immerhin auch:

  1. Wenn man die Besten aus einer Klasse rausnimmt - was bleibt dann eigentlich übrig?

  1. ist Schule mehr als nur Leistungsinstanz:

ich kenne Familien mit schulisch erstklassigen, wenn auch vielleicht nicht "hochbegabten" Kindern, die dennoch den Teufel tun würden, ihre Kinder aus deren derzeitigen Klassenverbänden herauszunehmen (gar auf ein Internat zu schicken) - und die Kinder wehren sich ja oftmals selbst mit Händen und Füßen dagegen, weil sie sich in ihren Klassen und Freundeskreisen einfach geborgen fühlen.


Es ist so einfach: Kinder bzw. Jugendliche heute (vgl. auch Bild  ) sind genauso schlau und dumm wie schon immer, also auch "wie du und ich". Und wir wissen doch alle: wir sind im besten Falle "nur" gutes Mittelmaß. Aber das ist doch schon allerlei, und das sollte uns auch für unsere Kinder reichen.


Garantiert nicht zu finden sind Hochbegabte in Bild "Mensa":

"Mensa ist ein weltweiter Zusammenschluß intelligenter Menschen. Für die Aufnahme in den Verein ist ein bestimmter Intelligenzquotient (IQ) erforderlich. Eintreten kann, wer bei einem anerkannten, überwachten Test ein besseres Ergebnis erreicht, als es 98 Prozent der Bevölkerung erzielen würden."

Ein wirklich intelligenter Mensch würde niemals aus seiner Intelligenz eine (wie paradox: elitäre) Vereinsmeierei machen

(Groucho Marx:

James Flynn:

- und über eine IQ-Messung sowieso nur Hohn und Spott vergießen.

Mehr noch: ein intelligenter Mensch weiß gar nicht, dass er ach so besonders intelligent ist, bzw. ist sich da gar nicht so sicher.


Vgl. zuguterletzt auch

Bild
 

"Kurzbeschreibung
Geschlossene Gesellschaft! – Für Spitzenkarrieren in Deutschland ist die soziale Herkunft ausschlaggebend, nicht die individuelle Leistung. Die hier untersuchten Berufsverläufe von Ingenieuren, Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern zeigen, dass die Promotion noch lange nicht den Weg zu Top-Positionen in der Wirtschaft ebnet. Die größten Chancen haben Promovierte, die aus dem gehobenen oder dem Großbürgertum stammen. Die soziale Öffnung des deutschen Bildungswesens hat bislang nicht zur sozialen Öffnung der Eliten geführt. "
(zitiert nach Bild )

Bild

"The Mismeasure of Man (deutsch: Der falsch vermessene Mensch) ist ein 1981 veröffentlichtes Buch des Paläontologen und Harvard-Professors Stephen Jay Gould. Das Werk ist eine Kritik am allgemeinen Intelligenzbegriff und seiner Anwendung auf verschiedene Ethnien, Geschlechter und Bevölkerungsgruppen. Mit The Mismeasure of Man gelang Gould eine der einflussreichsten modernen Diskussionen des Intelligenzbegriffs.
[...]
The Mismeasure of Man ist gegen eine These gerichtet, die Gould „biologischen Determinismus“ nennt. Der biologische Determinismus „behauptet, dass sich die geteilten Verhaltensnormen und die sozialen und ökonomischen Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen – insbesondere zwischen Ethnien, Klassen und Geschlechtern – aus vererbten und angeborenen Merkmalen ergeben und dass die gesellschaftlichen Verhältnisse eine akkurate Wiedergabe der Biologie sind.“
In Bezug auf den Intelligenzbegriff zeigt sich der biologische Determinismus in der Annahme einer einheitlichen und angeborenen kognitiven Kapazität. Gould beschreibt diese Konzeption in einer wissenschaftshistorischen Untersuchung, wobei er sich auf die Kraniometrie (Schädelmessung) des 19. Jahrhunderts und die Geschichte des Intelligenzquotienten konzentriert. Dabei versucht er zu zeigen, dass die Messung einer einheitlichen Kapazität »Intelligenz« grundsätzlich verfehlt ist. Der Begriff »Intelligenz« umfasst nach Gould vielmehr eine in Teilen willkürliche Zusammenstellung kognitiver Fähigkeiten, die sich zudem aus einer komplexen Interaktion von sozialen und biologischen Faktoren ergeben."
(zitiert nach Bild )

Bild Bild
Fragt sich nur, ob die wirklich "Allerbesten" sich überhaupt herablassen würden, zu einer "Berater"-Firma zu gehen: Bild
"Murdoch has deftly demonstrated that in our zeal to quantify intelligence, we have needlessly scarred - if not destroyed - the lives of millions of people who did not need an IQ score to prove their worth in the world."
(Russell Martin)
 
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  Heutzutage ist ja alles, was "in" sein möchte, "i": -   - - - - - - - - - - - - ("Idee" klingt schon fast nach IQ) ...

Die Markennamen sollen natürlich alle ein wenig vom  Erfolg der Apple-Produkte schnorren, und vermutlich ist mit dem "i" einfach "ich" gemeint: "ich [bin ganz wichtig] und mein Handy".

Unser neuer Backofen ist aber nicht nur "i", sondern

         (wie )

sogar "iQ":


Mit einem iQ500 ist dieser Backofen aber mehr als fünf Mal so intelligent wie ich und 3,125 mal so intelligent wie angeblich Einstein. Da bleibt uns Menschen nur



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